Freitag, 15. August 2014

Raue Sitten vor dem LG Münster - Hat der Kollege Angst um seine Kohle?

In einem Rechtsstreit vor dem LG Münster klagt ein ehemaliger Auftragnehmer gegen seinen ehemaligen Auftraggeber auf Übernahme von Kosten.
In der Klage, die der Kollege vor dem LG Münster erhoben hat geht es nun um eine nicht unerhebliche 4stellige Summe.
Der Kollege hat nun Prozesskostenhilfe für seinen Mandanten beantragt. So weit so gut.
Also bestelle ich mich, bitte um Übersendung der Anlagen um passend erwidern zu können und beantrage schon einmal PKH nicht zu bewilligen., weil die Klage meiner Meinung keine Aussicht auf Erfolg habe.

Und was schreibt der Kollege als ersten Satz in seiner Replik?

"Offenkundig hat der Beklagte die Antragsbegründung nicht sorgfältig und aufmerksam gelesen. Die Klage ist schlüssig und begründet"

Nun kann ich ja verstehen, dass Anwalt die Rechte seines Mandanten vertritt und er wahrscheinlich  kein Geld für den eigenen Rechtsvertreter hat und dieser um seine Kohle bangen muss.
Aber ein Rechtsanwalt , sollte wissen, dass so ein Satz zu Beginn nicht dazu geeignet ist den Beginn einer langen Freundschaft zu dokumentieren, oder auch nur eine mögliche Güteverhandlung als sinnvoll erscheinen zu lassen.
Eine typische Erwiderung gleich mit einem persönlichen Angriff zu kontern, ist in meinen Augen kein guter Stil. 

Ich merke schon, den Satz Fortiter in re, suaviter in modo habe ich falsch verstanden.